Das Paleo Autoimmunprotokoll

Die Ernährung spielt eine der Hauptrollen in der Funktionellen Medizin. Bei Autoimmunprozessen, geringer Mitochondrialen Aktivität, Leaky-Gut-Syndrom, Entzündungsprozessen oder chronischen Erkrankungen empfehlen wir u.a. das Autoimmun-Paleo Ernährungsprotokoll.

 

Was ist überhaupt Paleo?

Paleo - auch Steinzeitdiät oder Steinzeit-Ernährung genannt, bietet einen Weg zu langfristiger Gesundheit und Fitness und alles was Sie benötigen um gesund zu werden. Paleo orientiert sich an der Ernährung der Jäger und Sammler kombiniert mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Mensch hat zwar die Fähigkeit sich den verschiedensten Lebenssituationen und Ernährungsweisen anzupassen und damit überlebensfähig zu sein, dennoch ist ein großer Unterschied zwischen der damaligen und heutigen Ernährung, dass in der Steinzeit noch kein Getreide zur Verfügung stand. Und noch nie hat der Mensch so viele Getreideprodukte verzehrt wie heute. Der Verzicht auf Getreide ist daher ein wesentlicher Punkt der Paleo Ernährung.

Wert wird in der Paleo Ernährung auch auf Lebensmittelqualität und Nachhaltigkeit gelegt. Unverarbeitete, nährstoffreiche Lebensmittel, die während der 2,5 Millionen Jahre langen Evolution des Menschen verfügbar waren und die Beste Nährstoffversorgung für unseren Organismus bilden, sind die Basis der Paleo-Ernährung. Hierzu gehören Gemüse, Obst, Fleisch aus Weidehaltung, Fisch aus Wildfang, Eier, gesunde Fette, Nüsse und Samen. Da der menschliche Organismus auf diese Ernährungsweise sehr gut eingestellt ist, funktioniert diese Ernährung bei den meisten Menschen hervorragend.

 

Was ist das Autoimmunprotokoll?

Das Paleo Autoimmunprotokoll geht noch einen Schritt weiter als die Paleo Ernährung und verbannt weitere potenzielle Allergene, Antinährstoffe und Entzündungsfaktoren aus der Ernährung. Es ist eine Art Eliminationsdiät und eignet sich für einen begrenzten Zeitraum von ein bis drei Monate. Sinn des Autoimmunprotokolls ist es, alle Hauptallergene aus der Ernährung wegzulassen, dem Körper entzündungsfördernde Lebensmittel zu entziehen, den Darm und das Immunsystem  zu beruhigen und die Darmpermeabilität zu verringern. Nach einer strengen Hauptphase von in der Regel 30 Tagen, werden einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen wieder eingeführt. Lebensmittel, auf die der Körper mit Unverträglichkeiten reagiert, werden weiterhin eliminiert. So kann für jeden seine individuelle und persönlich verträgliche Ernährung erlangt werden.

 

Folgende Lebensmittel werden weggelassen:

 

-  Alle Getreideprodukte, auch alle Pseudogetreide und glutenfreie        Getreideprodukte inkl. Reis und Mais

-       Milch und alle Milchprodukte

-       Nüsse und Samen

-       Nachtschattengewächse (Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Auberginen…)

-       Eier

-       Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen, Erdnüsse, Soja…)

-       Kaffee & Kakao

-       Alkohol

-       Zucker, Süßstoffe und Zuckeraustauchstoffe

-       Alle Lebensmittelzusatzstoffe

 

Es gibt zahlreiche Gründe warum diese Lebensmittel ausgeschlossen werden. Einer der häufigsten ist, dass sogenannte Antinährstoffe wie Gluten, Lektine, Phytinsäure oder Saponine enthalten sind.

Auch wenn es sich jetzt so anhört, als wenn Sie gar nichts mehr essen können, bleiben noch eine Menge Lebensmittel übrig. Sie lernen vielleicht auch neue leckere Lebensmittel kennen und probieren neue schmackhafte Rezepte aus. Und nie vergessen, dass Ganze ist nur für eine begrenzte Zeit. Holen Sie sich Anregungen in den vielen Internetblogs, Büchern, Instagram & Co. Es ist nämlich nicht nur wichtig, die oben genannten Lebensmittel wegzulassen, es ist genauso wichtig viele Nährstoffe durch eine gute und vielfältige Ernährung aufzunehmen. Gerade bei Autoimmunerkrankungen hat der Körper einen erhöhten Nährstoffbedarf und muss viele Reparaturen ausführen. Dies gelingt nur mit hochwertigem Material und genug Energie.

 

Verwenden Sie folgende frische, biologische und unverarbeitete Lebensmittel und essen Sie abwechslungsreich:

 

-   Gemüse in allen Farben (Blumenkohl, Kohlrabi, Spargel, Sellerie, Möhren, Kürbis, Rotkohl, rote Zwiebeln, rote Beete, Kohl, Spinat, Brokkoli, Salat, Avocado, Artischocke, Lauch, Pilze, Zucchini, …….u.v.m)

-  Obst in alles Farben (Zitrone, Orange, alle Beeren, Granatapfel, Apfel, Birne, Melone, Ananas, Papaya, Feige, Kiwi … u.v.m); Der Fruktosegehalt sollte 20 Gramm am Tag nicht überschreiten.

-     Fleisch aus Weidehaltung, Bio-Geflügel, Wild, Innereien

-     Fisch aus Wildfang

-     Meeresfrüchte & Schalentiere, Algen

-     Gesunde Öle & Fette wie Kaltgepresstes Olivenöl, Kokosöl, Avocadoöl

-     Kräuter & Gewürze (Ingwer, Kurkuma, Knoblauch, Safran, Blattkräuter…)

-     Knollen (Süßkartoffeln, Maniok, Erdmandel, Ingwer...) 

-     Kochbananen, Kochbananenmehl

-     Obstessig, Balsamico, Rotweinessig

-     Honig in Maßen, Ahornsirup in Maßen

-     Datteln in Maßen

-     Kokosmilch, Kokosjoghurt, Kokosmehl

-     Weinstein, Gelantine

-     Salz

-  Wasser, Grüner Tee, schwarzer Tee, Kräutertees, Kokoswasser, Kombucha, Limettesaft, Gemüsesäfte

 

Ein Rezept was häufig Anwendung finden sollte, ist die altbekannte Fleisch- oder Knochenbrühe.

 

Nach 30 Tagen, bei Autoimmunerkrankungen besser 60 bis 90 Tagen, werden die verschiedenen Lebensmittel nach und nach wieder eingeführt:

 

-     Gewürze wie z.B. Pfeffer, Kümmel…

-     Ghee

-     Butter

-     Samen

-     Nüsse

-     Eiweiss

-     Eigelb

-     Kakao

-     Nachtschattengewächse

-     Reis

-     Hülsenfrüchte

-     Fermentierte Milchprodukte

-     ....

 

Es sollte alles einzeln eingeführt werden. Am besten ein Lebensmittel testen und drei bis fünf Tage abwarten, bis das nächste Lebensmittel hinzugenommen wird. Nachgewiesene echte Allergene sollten weiterhin vermieden werden. Jeder reagiert anders auf die verschiedenen Lebensmittel und daher kann jeder auf diese Weise seine persönliche Ernährung gestalten.

 

 

Mit Hilfe der Ernährung des Autoimmunprotokolls lassen sich in vielen Fällen Autoimmunerkrankungen verbessern. Natürlich ist die Ernährung dabei auch wieder nur ein Baustein von vielen Dingen, die berücksichtigt werden müssen, aber eben ein sehr wichtiger Baustein. Autoimmunerkrankungen sind ein multifaktorielles Geschehen und es tragen viele Ursachen und Auslöser zum Ausbruch bei. Daher gehören auch viele verschiedene Faktoren dazu, eine Autoimmunerkrankung zum Stillstand zu bekommen. Die Ernährung nimmt hier als Basis unseres Lebens einen großen Stellenwert ein.

 

 

Quellen:

-          www.paleo360.de

-          www.urgeschmack.de/?s=autoimmunerkrankung

-          Sarah Ballantyne: Die Paläo Therapie: Stoppen Sie Autoimmunerkrankungen mit der richtigen Ernährung und werden SIe   wieder gesund; Dezember 2015; Riva Verlag

 

 

Autorin: Oec. troph. Lena Gatzweiler, Heilpraktikerin


Hinweis:

Die angegebenen Therapieverfahren und deren Wirkungen sind schulmedizinisch / wissenschaftlich weder bewiesen noch anerkannt. Sie beruhen ausschließlich auf dem Erfahrungswissen der Naturheilkunde bzw. der Alternativmedizin und entsprechen nicht der allgemeinen Lehrmeinung. Der Verlauf und Erfolg der Behandlung hängt zudem stets von individuellen Faktoren des Patienten ab. Eine Heilung oder Linderung einer Erkrankung kann deshalb nicht zugesichert oder garantiert werden.

Die hier getroffenen Informationen und Aussagen sind kein Ersatz für eine ärztliche oder heilpraktische Behandlung. Die Informationen und Aussagen beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungswerten von Anwendern. Ausdrücklich sind sie keine Aufforderung zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung. Wir treffen keine Heilaussagen und schon gar keine Heilversprechen im rechtlichen Sinne und möchten diese auch so verstanden wissen. Wer Informationen aus dem hier Gesagten anwendet, tut dies auf eigene Verantwortung. Bitte besprechen Sie alle Behandlungen vorher mit Ihrem Arzt.