Schlafstörungen müssen nicht sein

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Viele Millionen Menschen leiden unter Schlafstörungen. Sowohl unter Einschlafstörungen, wenn sie abends im Bett liegen, die Gedanken kreisen und nicht einschlafen können, als auch unter Durchschlafstörungen wenn sie nachts häufiger wach im Bett liegen und nicht wieder einschlafen können. Am nächsten Morgen sind sie müde, unausgeruht und kämpfen sich durch den Tag. Häufig ist man erschöpfter als abends wenn man zu Bett gegangen ist.

Einige Menschen erhalten dann Schlaftabletten. Schlafmittel wirken allerdings stimmungsdämpfend und weisen auch sonst viele Nebenwirkungen auf. Auch die Ursache der Schlafstörungen bleibt unbehandelt.

Für Schlafstörungen gibt es verschiedene Ursachen. Einer der in der Praxis am häufigsten vorkommenden Ursachen ist ein Mangel an Tryptophan und Serotonin. Diese Botenstoffe benötigt der Körper um daraus unser Schlafhormon, das Melatonin bilden zu können. Tryptophan ist eine Aminosäure die wir durch die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen können. Das Tryptophan muss dann umgewandelt werden in Serotonin und das Serotonin in Melatonin. Hierfür sind noch Cofaktoren wie zum Beispiel B-Vitamine oder Methionin wichtig. Bei vielen Patienten wird das Tryptophan allerdings nicht in das Serotonin umgewandelt, da es auch Ausgangsstoff für andere Stoffwechselvorgänge ist. Zum Beispiel bei Entzündungen wird es in Immunprozessen anders eingesetzt. Daher ist es empfehlenswert direkt ein Zwischenprodukt, das 5-HTP (5-Hydroxy-Tryptophan) einzunehmen. Dieses ist zum Beispiel hochdosiert in der Pflanze Griffonia simplicifolia (Afrikanische Schwarzbohne) enthalten. Griffonia simplicifolia Extract ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Mittels eines Neurotransmitterprofils im Urin können die Konzentrationen an Serotonin, Noradrenalin und Adrenalin im Körper ermittelt werden.

Auch ein Magnesiummangel kann für Schlafstörungen und Nervosität verantwortlich sein sowie für nächtliche Krämpfe in den Beinen. Wenn Sie Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, ist es empfehlenswert dies abends vor dem Schlafengehen zu tun.

Eine Nebennierenschwäche, ein Progesteronmangel oder Schilddrüsener-krankungen können ebenso zu Schlafstörungen führen. Hierzu gibt es nähere Informationen in anderen Blog-Beiträgen.

Ein Hinweis auf eine organische Ursache kann die Organuhr darstellen. Wachen Sie zum Beispiel immer zwischen ein und drei Uhr nachts auf, sollte die Leber in die ganzheitliche Diagnostik und Therapie mit einbezogen werden.

Auch der Schlafplatz kann eine Störung des Schlafes verursachen. Zum Beispiel durch Wassseradern oder übermäßigen Elektrosmog am Bett. Durch Umstellen des Bettes, abschalten aller Elektronik im Schlafzimmer, Entsorgen des Radioweckers, Ausschalten des Handys und Abschalten des WLANs in der Nacht sowie durch die Installation eines Netzfreischalters können Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen verbessert werden.

Tipps für einen erholsameren Schlaf:

-      Vermeiden Sie einen Mittagsschlaf und gehen Sie abends zu ähnlichen Zeiten schlafen. Gehen Sie zu Bett wenn Sie müde sind und vermeiden es auf der Couch einzuschlafen und später ins Bett zu gehen.

-      Gehen Sie entspannt zu Bett. Nehmen Sie ein entspanntes Bad und notieren Sie sich Ihre Gedanken, die Sie noch beschäftigen.

-      Essen Sie keine schweren Mahlzeiten spät abends.

-      Sorgen Sie für eine gute Luft und Dunkelheit im Schlafzimmer.

-      Wenn Sie am Abend noch mit dem PC arbeiten, können Sie sich eine Software installieren, die das blaue Licht aus dem Bildschirm herausfiltert. Blaues Licht versetzt den Körper in Aktionsbereitschaft und übermittelt ihm, dass es Tag sei und er aktiv sein muss.

-  Homöopathische Mittel wie z.B. Neurexan, Pasconal Nerventropfen oder Calmvalera Hecert Tropfen oder Pflanzliche Produkte wie z.B. Baldiparan können unterstützend hilfreich sein.

-   Vanille ist ein Gewürz was häufig bei Schlafstörungen eingesetzt wird. Zum Beispiel ein abendliches Getränk oder einen Snack mit Vanillegeschmack oder ein Aromaöl mit Vanilleduft aufs Kopfkissen gesprüht kann den Schlaf fördern.

-     Tryptophanreiche Lebensmittel sind unter anderem Nüsse, Samen, Quinoa, Hafer, Hirse, Bohnen oder Pilze.

-   Eine sehr Eiweißhaltige Ernährung mit viel Fleisch und Milchprodukten kann langfristig einen Serotoninmangel begünstigen, da Eiweiß verhindert das Tryptophan ins Gehirn transportiert wird.

-     Ein abendlicher Beruhigungstee mit Kamille, Passionsblume, Hopfenblüten oder Katzenminze trägt zur Beruhigung und Entspannung bei.

 

Wir wünschen Ihnen eine erholsame Nacht!

 

Autor: Anja Bach-Gatzweiler, Lena Gatzweiler

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