Sodbrennen und Völlegefühl häufig auch durch zu wenig Magensäure

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Hypochlorhydrie oder auch Achlorhydrie genannt, bedeutet, dass der Magen zu wenig Magensäure produziert. Ein Völlegefühl im Magen sowie Sodbrennen können Beschwerden dazu sein. Sodbrennen kann nämlich nicht nur durch einen Säurereflux, ein Zuviel an Magensäure ausgelöst werden, sondern auch durch zu wenig Magensäure. Tatsächlich leiden deutlich mehr Erwachsene an einem Magensäuremangel als an einem Magensäureüberschuss. Laut Dr. John Switzer haben über die Hälfte aller Menschen, die älter als 40 Jahre sind und fast 90% aller Menschen über 60 Jahre zu wenig Magensäure. Durch die fehlende Salzsäure wird die Nahrung im Magen nicht ordnungsgemäß verdaut und fängt an sich zu zersetzten und zu gären. Diese verwesenden Nahrungsreste werden vom Dünndarm aufgehalten und stauen sich somit in die Speiseröhre zurück und rufen Sodbrennen hervor. Durch die fehlende Magensäure wird ebenfalls nicht ausreichend Galle sowie Bauchspeicheldrüsenenzyme freigesetzt um die Nahrung zu Ende aufzuspalten. Die Gabe von Betain HCL (Hydrchlorsäure) sowie von Bitterstoffen kann in dieser Situation sehr hilfreich sein. Als altes Hausmittel kann auch der Löffel Apfelessig in einem Glas Wasser morgens früh getrunken helfen. 

Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion oder Hashimoto Thyreoiditis weisen oftmals auch eine Neigung zu zu wenig Magensäure auf.

Ein saures Milieu im Magen ist die Grundlage dafür, dass möglichst viele Nährstoffe vom Körper optimal aufgenommen werden können. Dieses saure Milieu wird durch HCL aufgebaut. Wird durch ein saures Magenmilieu sowie durch eine gute Darmflora und eine gute Leber-Galle-Funktion die Verdauung angekurbelt, helfen diese Prozesse dabei die Nahrung aufzuspalten und zu verwerten und kann bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Sodbrennen, Reflux und Verdauungsproblemen helfen.

 

Bitterstoffe können die Magensäfte anregen, die Fettverdauung unterstützen und den Speichelfluss anregen. Des Weiteren regen sie den Appetit an und werden daher bei Appetitlosigkeit gerne verordnet. Gleichzeitig senken sie den Heißhunger auf Süßes durch den bitteren Geschmack. Bitterstoffe sind zum Beispiel enthalten in Grapefruit, Chicorée, Radicchio, Löwenzahn, Sauerampfer, Ingwer, Zimtrinde, Enzianwurzel, Wermut, Pomeranze, Kardamom, ... etc.

 

Viele Beschwerden beginnen mit einer unzureichenden Verdauung - Magen- und Darmbeschwerden, Leber- und Gallenblasenbeschwerden. Arbeitet das Verdauungssystem unzureichend, werden Nährstoffe schlechter aufgenommen und Giftstoffe verbleiben länger im Körper. Bitterstoffe regen die Verdauung an, sobald sie im Mund sind. Der bittere Geschmack stimuliert nicht nur den Magen, sondern auch die Gallenblase, Leber und Bauchspeicheldrüse. So können alle Verdauungssäfte und Verdauungsenzyme ausgeschüttet werden um die Nahrung optimal aufzuspalten.

Dabei sollte eine gesunde, abwechslungsreiche, nährstoffreiche und biologische Ernährung selbstverständlich sein ;-)

 

 

 

 

Autorin: Lena Gatzweiler

Quellenangaben: 

Datis Kharrazian: Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln; VAK Verlags GmbH, 6. Auflage 2015

Zentrum der Gesundheit: Warum Bitterstoffe gut sind

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